Arcadis-Studie: Investitionen in deutsche Immobilien 2018 gesunken

Darmstadt (8.1.19) – Anleger haben 2018 weniger Geld in deutsche Immobilien investiert als im Vorjahr. Das geht aus dem Immobilienmarktbericht 2018 des Beratungs- und Planungsunternehmens Arcadis hervor. Vor allem in den Metropolen stehen Kaufpreise und Mieteinnahmen nicht mehr in einem wirtschaftlichen Verhältnis. Doch die Niedrigzinsen sorgen weiter für eine hohe Nachfrage – trotz des geringen Immobilienangebots in attraktiven Lagen und sinkender Renditen. Insbesondere ausländische Investoren lassen sich von den hohen Preisen nicht abschrecken. Besonders gerne legen sie ihr Geld in zwei Immobilienarten an.

+++ Der vollständige Arcadis-Immobilienmarktbericht 2018 kann über folgenden Link heruntergeladen werden: http://arcad.is/ImmoMarkt +++

Der jahrelange Boom auf dem deutschen Immobilienmarkt zeigt Wirkung: Wegen des Mangels an Kaufobjekten und sinkenden Renditen war das Transaktionsvolumen 2018 im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Das gilt sowohl für Wohn- als auch für Gewerbeimmobilien. Dennoch kann von einer Krise keine Rede sein. So sorgen die Rahmenbedingungen aus niedrigen Zinsen und dem im europäischen Vergleich positiven Rendite-Risiko-Verhältnis auf dem deutschen Markt weiter für hohe Kapitalzuflüsse. „Bei den Investitionen liegen immer mehr Projekte im Trend, die für eine lebenswerte Stadt stehen“, sagt Marcus Herrmann, CEO von Arcadis Europe Central. „Investoren suchen insbesondere nach Immobilien in Quartieren mit einer starken Durchmischung der Nutzungen, zum Beispiel durch eine Kombination von Wohn- und Arbeitsflächen oder deren Nähe zu Kultur-, Einkaufs- oder Freizeiteinrichtungen.“

Investoren weichen bei Wohnimmobilien ins Umland der Metropolen aus

Trotz vieler Gemeinsamkeiten gibt es zwischen den Immobilienarten

auch Unterschiede. Bei den Wohnimmobilien ist ein Ende der Nachfrage

nach Objekten in Metropolen nicht in Sicht. Das knappe Angebot führt

inzwischen immer mehr zu einer Verlagerung der Investitionen ins

Umland. Zudem erfreuen sich Nischenmärkte wie Studentenwohnungen und

Mikroapartments mit einem Anteil von neun Prozent des Umsatzes dieser

Immobilienart großer Beliebtheit. Die geringe Verfügbarkeit führte

dazu, dass 2018 das Transaktionsvolumen im Vergleich zum Vorjahr um

24 Prozent fiel. Gemessen am Rekordjahr 2015 sank es sogar um 41

Prozent.

 

Knappes Angebot und hohe Nachfrage prägen auch den Markt für

Büroimmobilien. Mit einem Umsatz von 25,1 Milliarden Euro

verzeichnete das Segment 2018 einen Rückgang um 14 Prozent im

Vergleich zum Vorjahr. Wegen der steigenden Preise fiel an vielen

Orten die Rendite geringer aus. So sank der Wert in München auf 2,9

Prozent und in Frankfurt sowie Hamburg auf 3,15 Prozent. In den

sogenannten B-Städten locken hingegen höhere Renditen.

 

Online-Handel verändert die Rahmenbedingungen

 

Mit geringeren Spitzenrenditen haben auch die Investoren auf dem

Markt für Einzelhandelsimmobilien zu kämpfen. Im Durchschnitt lagen

sie 2018 bei 2,9 Prozent. Das liegt vor allem am Anstieg der

Kaufsummen auf einen Quadratmeterpreis von 2.400 Euro – 350 Euro pro

Quadratmeter mehr als noch im Vorjahr. Damit war das vergangene Jahr

ein Ausnahmejahr, denn über die vergangenen fünf Jahre betrachtet

sank das Kaufpreisniveau um 12,6 Prozent. Grund dafür ist die

zunehmende Konkurrenz durch den Online-Handel. „Der Einzelhandel wird

künftig noch stärker auf die Konkurrenz aus dem Internet reagieren

müssen“, sagt Falk Schollenberger, Head of Business Advisory, Arcadis

Europe Central. „Insbesondere Flächen an weniger attraktiven

Standorten sowie gering frequentierte Shopping-Center werden weiter

unter Druck geraten.“

 

Der Trend zur schnellen Online-Bestellung wirkt sich hingegen positiv

auf den Markt für Logistikimmobilien aus. 2018 stieg das

Transaktionsvolumen für Industrie- und Logistikobjekte bundesweit auf

6,6 Milliarden Euro. Noch besser war das Ergebnis nur im Jahr 2017 –

dieser Rekordwert wurde 2018 aber um 24 Prozent verfehlt. Doch

steigende Preise sorgen auch bei Logistikimmobilien für sinkende

Renditen. Im Durchschnitt liegen sie momentan bei 4,2 Prozent.

Trotzdem investieren vor allem ausländische Anleger überproportional

oft in diese Anlageklasse. Ihr Anteil betrug 2018 zwei Drittel am

Umsatz.

 

Darüber hinaus interessieren sich ausländische Investoren stark für

Hotelimmobilien. 2018 lag ihr Anteil bei 40 Prozent. Insgesamt stieg

das Transaktionsvolumen 2018 auf 3,8 Milliarden Euro. Für Anleger ist

das Segment wegen der zunehmenden Übernachtungszahlen sehr

interessant. Das Statistische Bundesamt verzeichnete 2017 rund 460

Millionen Übernachtungen – Tendenz steigend.

 

Über Arcadis

 

Arcadis ist das führende globale Planungs- und Beratungsunternehmen

für Immobilien, Umwelt, Infrastruktur und Wasser. In Zusammenarbeit

mit unseren Kunden erzielen wir durch die Anwendung unserer profunden

Marktkenntnisse sowie kollektiver Planungs-, Beratungs-, Ingenieur-,

Projekt- und Managementleistungen herausragende und nachhaltige

Ergebnisse während des gesamten Lebenszyklus natürlicher Schutzgüter

und baulicher Vermögenswerte unserer Kunden. Mit unseren 27.000

Mitarbeitern in mehr als 70 Ländern erwirtschaften wir einen Umsatz

von 3,2 Milliarden Euro. Wir unterstützen UN-Habitat, das Zentrum der

Vereinten Nationen für menschliche Siedlungen, mit Wissen und

Know-how, um die Lebensqualität in schnell wachsenden Städten auf der

ganzen Welt zu verbessern. www.arcadis.com