Commerzbank: Operatives Neunmonatsergebnis

von 1 Milliarde Euro – Gewinn bricht ein

Überragt die Frankfurter Skyline: das Commerzbank-Hochhaus im Hintergrund. Vorne links die Katharinenkirche, in der seinerzeit Johann-Wolfgang von Goethe getauft wurde. Foto: PK/Archiv

Frankfurt/Main (8.11.18) – Die Commerzbank hat in den ersten neun Monaten 2018 ihren Wachstumskurs fortgesetzt und ihre um Sondereffekte bereinigten Erträge gesteigert. Im Segment Privat- und Unternehmerkunden hat sie im dritten Quartal in Deutschland netto rund 117.000 neue Kunden gewonnen. Mit gut 900.000 Nettoneukunden seit Oktober 2016 ist sie auf gutem Weg, ihr Ziel von 1 Million Nettoneukunden bis Ende 2018 zu erreichen. Das Segment Firmenkunden liegt bei Neukunden und Kreditvolumen weiter über den Jahreszielen für 2018. Die Erträge im Konzern stiegen um Sondereffekte bereinigt in den ersten neun Monaten auf 6.690 Millionen Euro (9M 2017: 6.338 Millionen Euro). Im dritten Quartal wuchsen die bereinigten Erträge gegenüber dem Vorjahreszeitraum um knapp 9 % auf 2.175 Millionen Euro (Q3 2017: 2.003 Millionen Euro). Bei der Umsetzung ihrer Strategie machte die Bank weitere Fortschritte. Im dritten Quartal wurden unter anderem die Migration der Unternehmerkunden vom Segment Firmenkunden ins Segment Privat- und Unternehmerkunden vollzogen und das neue Betreuungsmodell für Firmenkunden etabliert.

Die Erträge im Konzern lagen in den ersten neun Monaten bei 6.727 Millionen Euro (9M 2017: 6.955 Millionen Euro). Im Vorjahr waren sie von Sondereffekten in Höhe von 617 Millionen Euro begünstigt gewesen. 2018 lagen die außerordentlichen Erträge bisher bei lediglich 37 Millionen Euro. Insgesamt halfen höhere Erträge aus dem laufenden Kundengeschäft die Differenz zu weiten Teilen auszugleichen. Im dritten Quartal lagen die Erträge bei 2.193 Millionen Euro (Q3 2017: 2.505 Millionen Euro).

Die Verwaltungsaufwendungen summierten sich in den ersten neun Monaten auf 5.412 Millionen Euro (9M 2017: 5.297 Millionen Euro). Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr resultierte insbesondere aus Investitionen in die Strategieumsetzung und in weiteres Wachstum. Auf das dritte Quartal entfielen Verwaltungsaufwendungen in Höhe von 1.728 Millionen Euro (Q3 2017: 1.714 Millionen Euro). Die Kosten bewegten sich damit im Rahmen der Erwartungen für 2018. Das gilt auch für das Risikoergebnis. In den ersten neun Monaten belief sich dieses auf minus 295 Millionen Euro; im dritten Quartal auf minus 134 Millionen Euro. Dies spiegelt die Portfolioqualität der Bank und das günstige Kreditumfeld wider. Die Quote für Problemkredite (NPL-Quote) war mit 0,9 % weiterhin sehr niedrig.

Das Operative Ergebnis der ersten neun Monate lag bei 1.020 Millionen Euro (9M 2017: 1.128 Millionen Euro). Neben den verbesserten bereinigten Erträgen wirkten sich das niedrigere Risikoergebnis und ein positiver Beitrag des Segments Asset & Capital Recovery auf das Operative Ergebnis aus. Im dritten Quartal betrug das Operative Ergebnis 331 Millionen Euro (Q3 2017: 623 Millionen Euro). Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahresquartal ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass im dritten Quartal 2017 außerordentliche Erträge in Höhe von 502 Millionen Euro, unter anderem aus Immobilienverkäufen, angefallen waren. Nach Abzug von Steuern in Höhe von 187 Millionen Euro und Minderheitsanteilen von 81 Millionen Euro erzielte die Commerzbank in den ersten neun Monaten 2018 ein positives Konzernergebnis von 751 Millionen Euro (9M 2017: 53 Millionen Euro; belastet durch Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von rund 800 Millionen Euro). Im dritten Quartal lag das Konzernergebnis bei 218 Millionen Euro (Q3 2017: 467 Millionen Euro).

„Wir haben unsere bereinigten Erträge gesteigert und gewinnen stetig neue Kunden. Das zeigt, dass unsere Strategie richtig ist: Wir wachsen in einem wettbewerbsintensiven Markt. Auch der Stresstest hat unsere verbesserte Aufstellung bestätigt. Das Umfeld bleibt aber herausfordernd und wir haben trotz vieler Fortschritte noch einige Aufgaben vor uns“, sagte Martin Zielke, Vorstandsvorsitzender der Commerzbank. Finanzvorstand Stephan Engels ergänzte: „Wir haben unsere Ergebnisqualität im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert. Unsere Kapitalquote und unsere Leverage Ratio sind stabil auf einem guten Niveau. Der Ausblick für das Gesamtjahr bleibt unverändert.“

Die Common-Equity-Tier-1-Quote (CET 1) lag per Ende September bei 13,2 %, nach 13,0 % per Ende Juni 2018. Sie beinhaltet das Neunmonatsergebnis unter Berücksichtigung einer Dividendenabgrenzung von 15 Cent je Aktie. Die Risikogewichteten Aktiva (RWA) beliefen sich per Ende September auf 178 Milliarden Euro, nach 176 Milliarden Euro per Ende Juni 2018. Dieser Anstieg, der unter anderem aus gesteigerter Kreditvergabe in den Kernsegmenten resultierte, wurde durch Kapitalaufbau mehr als ausgeglichen. Die Leverage Ratio lag bei 4,5 %. Die Bilanzsumme betrug 493 Milliarden Euro (Ende Juni 2018: 488 Milliarden Euro). Der erfolgreiche Abbau von Risiken und die Verbesserung der Bilanzstruktur der Commerzbank haben zu einem deutlich verbesserten Ergebnis im Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht beigetragen.

Entwicklung der Segmente

Das Segment Privat- und Unternehmerkunden profitierte vom anhaltenden Wachstum bei Kunden und Assets under Control und steigerte die um Sondereffekte bereinigten Erträge in den ersten neun Monaten im Vergleich zum Vorjahr um 7,8 % auf 3.663 Millionen Euro. Im dritten Quartal lagen die bereinigten Erträge mit 1.228 Millionen Euro ebenfalls über dem Vorjahr (Q3 2017: 1.124 Millionen Euro). Die Assets under Control in Deutschland legten in allen Produktkategorien zu und lagen zum Ende des dritten Quartals bei 392 Milliarden Euro. Das Baufinanzierungsgeschäft wuchs im Jahresvergleich um 10 % und erreichte per September ein Volumen von rund 74 Milliarden Euro.

Die Verwaltungsaufwendungen des Segments betrugen 2.893 Millionen Euro (9M 2017: 2.794 Millionen Euro). Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum resultierte aus gestiegenen regulatorischen Kosten und Investitionen in Wachstum. Das Risikoergebnis belief sich auf minus 184 Millionen Euro. Das Operative Ergebnis nach neun Monaten lag bei 564 Millionen Euro (9M 2017: 712 Millionen Euro, inklusive Sondereffekten aus außerordentlichen Erträgen in Höhe von 238 Millionen Euro). Das Operative Ergebnis im dritten Quartal betrug 188 Millionen Euro (Q3 2017: 380 Millionen Euro). Im Vorjahr hatten Sondereffekte aus dem Verkauf der Concardis-Anteile und der Auflösung des Ratenkredit-Joint-Ventures mit BNP Paribas zum Ergebnis des Segments beigetragen.

Im Segment Firmenkunden wirkten der weiterhin starke Margendruck und der intensive Wettbewerb auf die Erträge. Der Bereich Financial Institutions hat nach seiner Neuausrichtung in diesem Jahr wieder einen stabilen Ergebnisbeitrag erwirtschaftet. Im Geschäft mit dem Mittelstand, Großkunden und internationalen Konzernen wirkten sich trotz erfolgreicher Wachstumsinitiativen der Margendruck, das Niedrigzinsumfeld sowie eine geringe Nachfrage nach Absicherungsprodukten auf die Erträge aus. Das Ergebnis im Bereich Equity Markets & Commodities war von einer geringeren Nachfrage nach strukturierten Produkten geprägt.

In den ersten neun Monaten erwirtschaftete das Segment Firmenkunden Erträge in Höhe von 2.836 Millionen Euro (9M 2017: 3.015 Millionen Euro); davon 918 Millionen Euro im dritten Quartal (Q3 2017: 967 Millionen Euro). Die Verwaltungsaufwendungen betrugen 2.189 Millionen Euro (9M 2017: 2.148 Millionen Euro). Das Risikoergebnis, das im ersten Halbjahr von Auflösungen profitiert hatte, normalisierte sich und lag nach neun Monaten bei minus 124 Millionen Euro (Q3: minus 62 Millionen Euro). Das Operative Ergebnis der ersten neun Monate lag bei 523 Millionen Euro (9M 2017: 743 Millionen Euro), im dritten Quartal bei 169 Millionen Euro (Q3 2017: 237 Millionen Euro).

Im Segment Asset & Capital Recovery (ACR) belief sich das Operative Ergebnis der ersten neun Monate auf 90 Millionen Euro (9M 2017: minus 210 Millionen Euro, Q3 2018: 14 Millionen Euro). Das Ergebnis spiegelt sowohl die reduzierte Portfoliogröße des Abbausegments als auch die Neubewertung des Schiffsfinanzierungsportfolios im Rahmen der Einführung von IFRS 9 wider. Die Erträge lagen bei 135 Millionen Euro (9M 2017: 146 Millionen Euro). Auf das dritte Quartal entfielen Erträge von 28 Millionen Euro. Die Verwaltungsaufwendungen gingen weiter zurück und beliefen sich in den ersten neun Monaten auf 60 Millionen Euro (9M 2017: 79 Millionen Euro). Das Risikoergebnis lag bei 15 Millionen Euro. Das Schiffsfinanzierungsportfolio der Bank wurde weiter reduziert und hatte am Ende des dritten Quartals ein Volumen von 1,1 Milliarden Euro (Q3 2017: 4,2 Milliarden Euro).

Ausblick

Der Ausblick bleibt unverändert. Die Bank wird sich 2018 auf weiteres Wachstum und die Umsetzung ihrer Strategie Commerzbank 4.0 fokussieren. Auf Konzernebene werden insgesamt höhere bereinigte Erträge erwartet, wobei sie im Segment Privat- und Unternehmerkunden höher und im Segment Firmenkunden niedriger als 2017 ausfallen dürften. Getrieben durch Investitionen und Pflichtabgaben werden die Kosten bei rund 7,1 Milliarden Euro erwartet. Sofern sich die globalen Handelskonflikte nicht signifikant verschärfen und es weiterhin nicht zu größeren unvorhergesehenen Kreditereignissen kommt, sollte das Risikoergebnis nach IFRS 9 unter 500 Millionen Euro liegen. Die Bank strebt an, für das Geschäftsjahr 2018 eine Dividende von 20 Cent je Aktie zu zahlen.