IKB: Italien mit deutlicher Abweichung der tatsächlichen Budgetsalden

Düsseldorf (19.10.18) – eine deutliche Abweichung der tatsächlichen Budgetsalden von den vorausgehenden Projektionen hat in Italien Tradition. Während früher zumindest der Anschein gewahrt wurde, dass man die EU-Ziele anerkennt, ist dies trotz ambitionierter Annahmen aktuell nicht mehr der Fall. Doch zu welchem Maße eine Ablehnung der Planungszahlen durch die EU die bevorstehende Herabstufung der italienischen Bonität oder weiter ausweitende Risikoprämien eine Verhaltensänderung der italienischen Regierung induzieren werden, bleibt fraglich.

Denn Jahre des schwachen Wachstums haben zu keinen grundlegenden Reformen der italienischen Wettbewerbsfähigkeit geführt, und ebenso wird die Verantwortung der Finanzkrise immer noch nicht bei einer mangelhaften Finanzpolitik und fehlender Glaubwürdigkeit gesehen. Aus diesem Grund wird Italien ein Thema für die EZB, den Euro-Devisenkurs und die europäische Konjunktur bleiben – und dies nicht im positiven Sinne.