vbw: Söder und vbw-Präsident Alfred Gaffal

vereinbaren Initiative „Fachkräftesicherung“

München (8.10.18) – Der bayerische Ministerpräsident Söder und der Präsident der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., Alfred Gaffal, haben eine Vereinbarung für ein Fachkräfteprogramm unterzeichnet. Söder: „Die bayerische Wirtschaft boomt, wir haben Vollbeschäftigung in Bayern. Was die Grundlage des Wohlstandes für die Menschen in Bayern ist, hat zunehmend auch eine Kehrseite: Engpässe bei Fachkräften in verschiedenen Branchen und Qualifikationsstufen. Gemeinsam mit der vbw gehen wir diese Herausforderung an und haben uns zum Ziel gesetzt, bis 2023 insgesamt 250.000 zusätzliche Arbeitskräfte für Bayern zu mobilisieren. Dabei steht für uns das noch schlummernde heimische Potenzial im Vordergrund: ältere Arbeitnehmer, Frauen auch in Teilzeit, Langzeitarbeitslose, Jugendliche ohne Berufsausbildung und Menschen mit Behinderungen. Daneben ist die gezielte Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland ein weiterer Baustein für eine nachhaltige Strategie zur Fachkräftesicherung.“

 

vbw Präsident Alfred Gaffal: „Die vbw engagiert sich mit noch höherer

Taktzahl, auch weil die demografische Entwicklung den

Fachkräftemangel weiter verschärft. Die Babyboomer-Jahrgänge gehen

demnächst in Rente. Dieser Verlust kann durch die jüngere Generation

nicht kompensiert werden. Diese Arbeitskräftelücke kann auch durch

Effizienzgewinne aus der Digitalisierung nicht ausgeglichen werden.

Wir gehen bis 2023 von einer Fachkräftelücke von 250.000 und bis 2030

von über 500.000 aus. Damit können die Unternehmen ihr Produktions-

und Wachstumspotenzial nicht voll ausschöpfen. Fachkräftesicherung

ist deshalb die Zukunftsaufgabe. Im Hinblick auf die Gewinnung von

qualifizierten Arbeitskräften aus Drittstaaten begrüßen wir das vom

Bundeskabinett beschlossene Eckpunktepapier für ein

Fachkräftezuwanderungsgesetz. Unsere Maßnahmen setzen auch auf diesem

Gesetz auf.“

 

Der bayerische Arbeitsmarkt hat sich in den letzten Jahren

außerordentlich positiv entwickelt. Mit rund 5,6 Millionen

sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und einer

Arbeitslosenquote von 2,8 Prozent gibt es in Bayern

Vollbeschäftigung. Kehrseite des bayerischen Beschäftigungsbooms sind

zunehmend Fachkräfteengpässe.

 

Die gemeinsame Initiative Fachkräftesicherung+ der Bayerischen

Staatsregierung und der vbw hat sich die Gewinnung von zusätzlichen

Fachkräften zum Ziel gesetzt. Im Fokus stehen dabei die Ressourcen

des heimischen Arbeitsmarktes, daneben eine gezielte Anwerbung von

ausländischen Fachkräften. Die Initiative beruht auf fünf Säulen

(Breite Bildungsoffensive, Beschäftigungschancen verbessern,

Erwerbsbeteiligung erhöhen, Arbeitspotentiale nutzen, Zuwanderung

gezielt gestalten). Mit neuen zielgruppenorientierten Projekten wie

der Online-Plattform „Sprungbrett Back to work“, der Werbekampagne

„Ihr werdet gebraucht“ oder der „Task Force Fachkräftesicherung“

sollen die bereits bestehenden Initiativen nochmals intensiviert

werden. Die „Task Force Fachkräftesicherung“ soll mit zehn

Ansprechpartnern eingerichtet werden und ist ein Serviceangebot u.a.

mit Informationshotline und Internetauftritt aus einer Hand von

Behörden des Freistaates und der Arbeitsagenturen für Unternehmen bei

Fragen rund um die Fachkräftesicherung.