LGIM: Besorgnis über bevorstehende Rezession in den USA vorerst unberechtigt – Inflationsdruck in den USA wird weiter steigen

 

Frankfurt/Main (17.7.18) – Erst kürzlich war der größte monatliche Anstieg der Kerninflation in den USA seit März 2005 zu verzeichnen. Deutet sich damit an, dass die Sonne in diesem Konjunkturzyklus langsam untergeht? Davon geht Emiel van den Heiligenberg, Head of Asset Allocation bei Legal & General Investment Management (LGIM), nicht aus. Dennoch sollten Anleger nach Meinung des Experten die Anzeichen im Blick behalten.

 

US-Kennzahlen stoppen positive Marktentwicklung

 

„Es ist noch gar nicht so lange her, dass dank reger Investitionen der Aufwärtstrend an den Kapitalmärkten das höchste Niveau seit fast acht Jahren erreichte. Auch der Konjunkturzyklus hat sich reibungslos entwickelt“, sagt van den Heiligenberg. Doch dann wurden dem Experten zufolge zwei wichtige Kennzahlen in den USA veröffentlicht, die diese positive Entwicklung an den Märkten stoppten: Einen ersten Dämpfer habe der überraschende Anstieg der Löhne versetzt, der sich im Januar auf den US-Gehaltslisten ablesen ließ. „Ein Lohnsprung mag zwar auf den ersten Blick als gute Nachricht erscheinen, jedoch gilt er oft auch als Frühindikator für eine steigende Inflation. Diese Entwicklung wiederum kann eine Überhitzung der Wirtschaft ankündigen und das Ende des Konjunkturzyklus einläuten“, erklärt van den Heiligenberg.

 

Die zweite schlechte Nachricht war nach Ansicht des Experten, dass die US-Kerninflation im Januar so hoch gestiegen ist, wie in keinem anderen Monat in den vergangenen 13 Jahren. Damit schienen die schlimmsten Befürchtungen der Anleger mit Blick auf den sich dem Ende zuneigenden US-Konjunkturzyklus bestätigt. Für van den Heiligenberg sind diese Sorgen jedoch vorerst unberechtigt. So sprächen zum Beispiel die zugrundeliegenden Fundamentaldaten gegen ein Ende des Konjunkturzyklus. „Noch vor weniger als einem Jahr schien die US-Inflationsrate die Konsenserwartungen zu unterschreiten. Das war vermutlich eine vorübergehende Tendenz in die eine Richtung. Heute schlägt die Inflation in die entgegengesetzte Richtung aus, wobei Einmaleffekte wie höhere Preise für Bekleidung die monatlichen Daten beeinflussen“, so van den Heiligenberg, der darin keine Signale für die unmittelbare Gefahr einer Rezession sieht.

 

2018: Wahrscheinlichkeit für Rezession gering

 

„Die Wahrscheinlichkeit für eine Rezession in diesem Jahr ist gering. Die USA dürften wohl gerade in die späteren Phasen des Wirtschaftszyklus eintreten. Alle Anzeichen sprechen dafür, dass das Wachstum vorerst auf einem gutem Weg ist“, lautet die Einschätzung des Experten. Dennoch sei davon auszugehen, dass die Indikatoren für eine Rezession noch in diesem Jahr anschlagen werden. Dies sei auf überzeugende Anzeichen für eine Überhitzung und wirtschaftliche Ungleichgewichte zurückzuführen.

 

Für die weitere Zukunft geht van den Heiligenberg jedoch davon aus, dass der Inflationsdruck in den USA weiter steigen wird. Als Treiber für diese Entwicklung nennt er Faktoren wie den sich verschärfenden Arbeitsmarkt, ein starkes Wachstum, eine hohe Ressourcennutzung sowie steigende Importpreise. Die zeitlich ungünstig auf den Weg gebrachten Konjunkturimpulse wie Steuersenkungen und Ausgabenerhöhungen sollten dieses reflationäre Umfeld nach Meinung des Experten weiter verstärken, obgleich es einige Quartale dauern dürfte, bis die gesamten Auswirkungen zum Tragen kommen.

 

US-Treasury-Inflation-Protected-Securities bietet Inflationsschutz

 

Vor diesem Hintergrund sei es für Anleger vorerst sinnvoll, dem jüngsten Trend zum Abbau risikoreicher Anlageklassen in den Portfolios nicht unmittelbar zu folgen. „Man muss sich bewusst machen, dass die Märkte eine Rezession oft schon sechs bis zwölf Monate vor ihrem tatsächlichen Eintritt vorhersehen. Um einen Teil dieses Risikos auszugleichen, erscheint ein Inflationsschutz in Form von US-Treasury-Inflation-Protected-Securities (TIPS) als eine attraktive Anlagealternative“, sagt van den Heiligenberg.