Edelman: Trust Barometer Special Report 2017 – Institutional Investors – Investorenvertrauen schützt vor aktivistischen Kampagnen

Frankfurt/Main (17.1.18) – Die Zahl der aktivistischen Kampagnen steigt: in Kontinentaleuropa ebenso wie hierzulande. Während dies für börsennotierte Gesellschaften in den USA als auch in Großbritannien nichts Neues mehr ist, tun sich hiesige Unternehmen schwer damit. Ein Mittel, um sich für Kampagnen zu wappnen und eine effektive Verteidigung aufzubauen, ist Vertrauen. Das ist eines der Ergebnisse des Edelman Trust Barometer Special Reports 2017: Institutional Investors.

Vertrauen ist eine Grundvoraussetzung, um aktivistischen Kampagnen erfolgreich zu begegnen und eine effektive Abwehrfront aufbauen zu können. Und genau hier gibt es einen enormen Handlungsbedarf: Denn laut dem „Edelman Trust Barometer Special Report 2017: Institutional Investors“ können sich 87 Prozent der befragten Long-only Asset Manager vorstellen, renommierte Aktivisten zu unterstützen, wenn sie der Meinung sind, dass ein Wandel oder eine Änderung im Geschäftsmodell sinnvoll ist. „Das zeigt, dass der Dialog zwischen Management und Investoren nicht immer zielführend ist. Wenn Investoren das Geschäftsmodell hinterfragen, würde das – vorhandenes Vertrauen vorausgesetzt – in Einzelgesprächen thematisiert”, so Alexander Schmidt, Head of Financial Relations bei Edelman.ergo. „Besonders hervorzuheben ist, dass 80 Prozent der Befragten auch zu dem Schluss kommen, dass die meisten Unternehmen nicht auf eine Kampagne eines Aktivisten vorbereitet sind.”

Dass Vertrauen essentiell ist, belegen auch andere Ergebnisse der Studie: So sagen 77 Prozent der Institutionellen Investoren, dass sie in den letzten zwölf Monaten ihre Positionen bei Unternehmen, denen sie vertrauen, aufgestockt hätten. Vertrauen habe ebenfalls eine positive Auswirkung auf ihre Zustimmung zu Vorschlägen des Managements gehabt. Hingegen kauften 73 Prozent der Institutionellen Investoren keine Aktien, wenn sie dem Unternehmen nicht vertrauten.

Die Rolle des Asset Managers wandelt sich

In Deutschland zeichnet sich ein Trend ab: Asset Manager engagieren sich immer stärker und greifen dabei auch auf das Instrumentarium der Aktivisten zurück. Immer häufiger treten diese bei Hauptversammlungen auf, beziehen öffentlich Stellung zur Geschäftsstrategie des Unternehmens oder äußern sich gegenüber Wirtschaftsmedien, anstatt in den klassischen direkten Austausch mit dem Management zu treten. Schmidt: „Wurden diese Punkte hierzulande bis vor einigen Jahren vornehmlich bei Investorengesprächen und Roadshows im One-on-one thematisiert, sind nun Kommentare in Medien oder auch Sprechbeiträge auf Hauptversammlungen durchaus opportun, um die eigene Meinung öffentlich kundzutun und durchzusetzen.“

Die Zukunft eines Unternehmens wird maßgeblich davon abhängen, ob es in der Lage ist, durch Kommunikation Vertrauen aufzubauen und Unsicherheiten auszuräumen. Gelingt dies nicht, läuft das Unternehmen Gefahr, Zielscheibe eines aktivistischen Angriffs zu werden.