IKB: Gedanken über Zinskurven

Düsseldorf (17.1.18) – Zinskurven werden oftmals als Indikatoren für konjunkturelle Risiken angesehen. Eine flache Kurve lässt demnach an einer nachhaltigen geldpolitischen Wende mit einhergehender Konjunkturerholung zweifeln. Eine steile Zinskurve hingegen spiegelt große Erwartungen der Renditemärkte an Konjunktur und Geldpolitik. Empirische Ergebnisse belegen solche Vermutungen allerdings kaum. Auch eine steiler werdende Zinskurve eignet sich nur begrenzt als Frühindikator einer Konjunkturbelebung.

Deshalb lässt die aktuelle Korrektur am langen Ende der Zinskurve in den USA und in der Euro-Zone wenig Rückschlüsse auf den zukünftigen Konjunkturverlauf zu. Vielmehr scheinen sich die Erwartungen der Zinsmärkte der aktuellen Konjunkturentwicklung anzupassen. Dafür sollten in diesem Jahr auch weiterhin Notenbankpolitik sowie Konjunktur- und Inflationsdaten sorgen. Durch Reinvestitionen von Fälligkeiten hat die EZB auch nach Beendigung des Aufkaufprogramms die Möglichkeit, Überreaktionen der Renditemärkte gegenzusteuern.