Stabilitas Edelmetall- und Rohstoff-Report: Abkühlung bei Edelmetallen – Parität bei Platin und Palladium – Basismetalle mit unterschiedlicher Entwicklung

Bad Salzuflen (4.10.17) – Nach dem starken Comeback im August haben sich die Edelmetallkurse im September wieder etwas abgekühlt. Der Goldpreis verbuchte ein leichtes Minus von 1,9 Prozent und schloss bei einem Kurs von 1.278 US-Dollar pro Feinunze ab. Damit rutschte das gelbe Metall wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 1.300 USD pro Feinunze. Der kleine Bruder Silber konnte nicht wie erhofft eine relative Stärke zum Gold aufbauen und sucht nun Unterstützung an der Marke von 17,00 USD pro Feinunze.

„Erneut hat sich gezeigt, dass die mediale Sichtweise des gelben Metalls als ein Krisenmetall unzutreffend ist“, sagt Martin Siegel, Edelmetallexperte und Geschäftsführer der Stabilitas GmbH. „Die Nordkorea-Krise hat sich in den vergangenen Wochen eher zugespitzt als entspannt und trotzdem ist der Goldpreis nicht gestiegen, sondern sogar leicht gefallen“, sagt Siegel. Das gelbe Metall wird von Investoren momentan etwas vernachlässigt. „Gerechtfertigt ist das jedoch nicht. Wenn wir davon ausgehen, dass sich die Investmentsektoren bei den Sachwerten in der Performance abwechseln, dann müsste nach den Aktien, Immobilien und Rohstoffen auch mal wieder der Edelmetallsektor in den Fokus der Anleger geraten. Hier warten wir aber noch auf neue Impulse“, sagt Siegel.

Auch für Platin und Palladium brachte der September eine Abkühlung. Während Palladium noch ein leichtes Plus von 0,1 Prozent verbuchen konnte, musste Platin ein deutliches Minus von 8,5 Prozent hinnehmen. „Nach rund 16 Jahren haben Platin und Palladium im September wieder eine Parität erreicht. Wenn man sich die Entwicklung der beiden Industriemetalle in diesem Jahr anschaut, dann könnte Palladium in nächster Zeit durchaus teurer gehandelt werden als Platin“, sagt Siegel. Für weitere Kursteigerungen bei Palladium spricht auch ein hohes Angebotsdefizit in diesem Jahr, während bei Platin für das letzte Quartal dieses Jahres ein geringes Marktdefizit prognostiziert wird.

Die Aktien der Minengesellschaften hatten im September eine konträre Entwicklung gegenüber den physischen Metallen. Während diese nach einem soliden Start zum Monatsende nachgaben, haben die Minenaktien nach einem soliden Start zum Monatsende zumindest nicht weiter nachgegeben. „Im Schnitt haben die Minenaktien im vergangenen Monat nur rund ein Prozent verloren“, sagt Siegel. Grundsätzlich ist es im Sektor nach wie vor sehr ruhig, ohne nennenswerte Übernahmen oder Kapitalerhöhungen. „Auch wenn die Minenaktien von den Investoren aktuell nicht beachtet werden, geht es den Unternehmen einigermaßen gut und sie können von den Gewinnspannen halbwegs leben“, sagt Siegel.

Die Basismetallen haben sich im September unterschiedlich entwickelt. Während Aluminium (-0,7 Prozent) und Kupfer (-4,8 Prozent) Verluste einfuhren, konnten Zink (+2 Prozent) und Blei (+5,2 Prozent) weiter zulegen. Monatsverlierer war mit einem Minus von 11,2 Prozent Nickel, das fast die gesamten Gewinne aus dem August wieder abgeben musste. „Interessanterweise sind Blei und Zink nicht mit den anderen Basismetallen abgerutscht und generieren weiterhin Kaufsignale. Dies spricht für eine weitere Stabilisierung des Marktes“, sagt Siegel abschließend.