GfK: EU-Konsumklima auf Neunjahreshoch

Nürnberg (19.4.17) – Die positive Stimmung der europäischen Verbraucher hat sich im ersten Quartal 2017 fortgesetzt. Nachdem bereits Ende Dezember 2016 der höchste Stand seit Januar 2008 gemessen wurde, stieg das Konsumklima für die EU 28 im Januar noch einmal um zwei Zähler auf 19,9 Punkte und lag schließlich im März bei einem Wert von 18,9. Das ist eines der Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für Europa im ersten Quartal 2017.

Beim Blick auf die Indikatoren Konjunktur- und Einkommenserwartung sowie Anschaffungsneigung ergaben sich in der Einzelbetrachtung der untersuchten Länder erneut große Unterschiede. Gründe dafür waren jeweils unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklungen und die Situation auf dem Arbeitsmarkt. Der Einfluss europaweit beherrschender Themen wie der Brexit, das Erstarken nationalistischer Parteien, die neue Regierung in den USA und der Krieg in Syrien schlug sich demnach auf die Entwicklung der einzelnen Indikatoren nicht in allen Ländern gleichermaßen nieder.

Deutschland: Konjunkturerwartung wieder verbessert

Die Konjunkturerwartung der Deutschen hat sich im ersten Quartal nach einer Delle im Februar wieder deutlich erholt. Der Indikator stieg auf 18,1 Punkte Ende März, womit gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Plus von fast 18 Punkten zu Buche steht. Offenbar ist bei vielen Konsumenten die Verunsicherung über die Politik des neuen US-Präsidenten wieder einem größeren Konjunkturoptimismus gewichen.

Im Gegensatz zur Konjunkturerwartung sank die Einkommenserwartung im Verlauf des ersten Quartals auf 43,4 Punkte Ende März. Der Indikator spiegelt damit die Sensibilität der Bundesbürger auf Veränderungen bei bestimmten Signalpreisen wie zum Beispiel Benzin, Diesel oder Heizöl wider, da sie dadurch die Kaufkraft ihrer Einkünfte beeinträchtigt sehen. Insgesamt weist die Einkommenserwartung jedoch nach wie vor ein hohes Niveau auf.

Die deutschen Verbraucher lassen sich durch die etwas weniger optimistischen Einkommensaussichten auch nicht in ihrer Kauflaune beeinträchtigen. Die Anschaffungsneigung legte nach einer Delle im Februar wieder zu und weist zum Ende des ersten Quartals einen vergleichbar hohen Wert von 55,5 Punkten auf – 5,5 Zähler höher als im Vorjahr.

Frankreich: Rückgang aller Indikatoren

Die Konjunkturerwartung der Franzosen hat sich im Verlauf des ersten Quartals merklich vom hohen Niveau des Jahresendes 2016 abgekühlt. Ende März büßte der Indikator gegenüber Januar sechs Zähler auf 11,2 Punkte ein. Damit liegt die Konjunkturerwartung aber immer noch auf einem deutlich höheren Niveau als vor einem Jahr, als zum Ende des ersten Quartals -3,7 Punkte gemessen wurden.

Auch die Einkommenserwartung in Frankreich musste spürbare Verluste hinnehmen und sank zum Ende des Quartals auf -10,9 Punkte. Damit liegt sie jedoch immer noch um mehr als 11 Zähler über dem Vorjahresniveau. Seit Oktober 2007 wurde in Bezug auf die Einkommenserwartung ein negativer Indikator gemessen – ein Beleg für die gedämpften Aussichten der französischen Verbraucher, die unter anderem auf die nach wie vor hohe Arbeitslosigkeit zurückzuführen sind.

Einen deutlichen Rückgang verzeichnete auch die Anschaffungsneigung, die zum Ende des ersten Quartals bei 8,4 Punkten lag, nachdem im Februar mit 18,7 Punkten noch der höchste Stand seit 15 Jahren erreicht worden war. Offenbar zeichnet sich hier bereits eine gewisse Unsicherheit der Verbraucher in Bezug auf den Ausgang der französischen Parlamentswahlen im Sommer ab. Im Vergleich zum Vorjahr (0,4 Punkte im März 2016) lag dieser Indikator aber immer noch hoch.

Großbritannien: Brexit-Entscheidung hinterlässt Spuren

Die Konjunkturerwartung der britischen Verbraucher bleibt infolge des Brexit-Votums weiterhin auf niedrigem Niveau. Am Ende des ersten Quartals lag sie bei -13,2 Zählern. Damit erholte sich der Indikator zwar gegenüber dem tiefsten Stand seit vier Jahren im Juli 2016 (-28,3 Punkte), im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist aber immer noch ein schwaches Niveau zu verzeichnen. So lag die Konjunkturerwartung noch vor genau einem Jahr bei immerhin 2,1 Punkten.

Auch die Einkommenserwartung musste spürbare Verluste hinnehmen und sank nach einem relativ starken Jahresauftakt (11,1 Punkte im Januar) auf 1,2 Zähler zum Quartalsende. Im Jahresvergleich entspricht dies einem deutlichen Rückgang um 16,5 Punkte, was ebenfalls auf eine wachsende Verunsicherung der britischen Verbraucher in Bezug auf die wirtschaftlichen Folgen des Brexits schließen lässt.

Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Blick auf die Entwicklung der Anschaffungsneigung in Großbritannien, die im ersten Quartal Monat für Monat auf zuletzt 4,1 Punkte Ende März sank. Im Vorjahreszeitraum wurden noch für die ersten drei Monate des Jahres jeweils zweistellige Werte ermittelt.

Italien: Verunsicherung der Verbraucher hält an

In Bezug auf die Konjunkturerwartung gehören die italienischen Verbraucher im europäischen Vergleich weiterhin zu den pessimistischsten EU-Bürgern. Ende März lag der Indikator bei -53 Punkten und damit um über 30 Punkte niedriger als noch im Vorjahresmonat. Offenbar gehen die italienischen Konsumenten von einer sich weiter verschlechternden wirtschaftlichen Lage ihres Landes aus.

Analog zur negativen Konjunkturerwartung verharrt auch die Einkommenserwartung der italienischen Verbraucher im negativen Bereich, nachdem sie zuletzt Ende 2016 noch einen positiven Wert verzeichnet hatte. Zum Quartalsende verzeichnete der Indikator -8,9 Punkte und damit fast sechs Punkte weniger als vor genau einem Jahr.

Erstmals seit Mai 2015 rutschte auch der Indikator für die Anschaffungsneigung der italienischen Konsumenten wieder ins Minus und lag zum Quartalsende bei -1,6. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum lag der Rückgang damit bei 28 Punkten – ein deutlicher Beleg für die Verunsicherung der italienischen Verbraucher, die größere Anschaffungen aufschieben und die weitere wirtschaftliche Entwicklung abwartend verfolgen.

Spanien: Verbraucher weiterhin vorsichtig optimistisch

Die Konjunkturerwartung der spanischen Verbraucher hat sich im ersten Quartal 2017 stabil entwickelt und lag mit 23,3 Punkten Ende März ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres. Damit ist dieser Indikator zwar noch weit von seinem historischen Höchststand im Dezember 2015 entfernt, spiegelt aber die weiterhin positive Grundstimmung der spanischen Verbraucher wider, die von einer wachsenden Konjunktur ausgehen.

Analog zur Konjunkturerwartung entwickelte sich auch die Einkommenserwartung weiterhin konstant, wenn auch auf insgesamt niedrigerem Niveau im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Zum Quartalsende erreichte der Indikator 10,5 Punkte, nachdem Ende März 2016 vier Zähler mehr zu Buche standen. Damit korrespondiert die recht stabil bleibende Einkommenserwartung mit der weiter sinkenden Arbeitslosigkeit in Spanien.

Nach wie vor sind die spanischen Verbraucher jedoch zurückhaltend in Bezug auf ihre Anschaffungsneigung. Der entsprechende Indikator blieb im Minus, wenn auch auf moderatem Niveau und leicht verbessert gegenüber dem Vorjahr. Zum Quartalsende lag er bei -3,7 Punkten und damit um über 5 Punkte höher als vor einem Jahr.

Portugal: Konjunktur- und Einkommenserwartung legen zu

Die portugiesischen Verbraucher sind mit Blick auf die Konjunkturerwartung sehr optimistisch in das Jahr gestartet. Mit 29,2 Zählern lag der Indikator zum Ende des ersten Quartals in Reichweite des Höchststandes vom Januar 1992 (38,6 Punkte) und deutlich über dem Niveau des Vorjahreszeitraums, als Ende März 16,5 Punkte erreicht wurden.

Auch die Einkommenserwartung der Portugiesen entwickelte sich in den ersten drei Monaten des Jahres positiv und lag Ende März bei 25,5 Zählern, was einer Verbesserung um über fünf Punkte gegenüber dem Vorjahr entspricht. Auch wenn die Arbeitslosenquote nach wie vor zu den höchsten in Europa zählt, verzeichnete der portugiesische Arbeitsmarkt in den letzten Jahren eine deutliche Erholung, was Hoffnungen auf steigende Einkommen begünstigt.

In Bezug auf Anschaffungen bleiben die Portugiesen weiterhin sehr zurückhaltend, auch wenn der entsprechende Indikator eine etwas optimistischere Einstellung als vor einem Jahr signalisiert. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum verbesserte sich die Anschaffungsneigung um fast 15 Punkte auf -9,8 Zähler Ende März 2017.

Niederlande: Verbraucher weiterhin sehr anschaffungsfreudig

Die niederländischen Verbraucher sind in Bezug auf ihre Konjunkturerwartung so optimistisch wie zuletzt im Juni 2014. Zum Ende des ersten Quartals 2017 lag der entsprechende Indikator bei 31,9 Punkten und damit um 36 Zähler über dem Vorjahresniveau, als Ende März 2016 -4,1 Punkte zu Buche standen.

Die positiven Einschätzungen zur weiteren Konjunkturentwicklung decken sich auch mit der Einkommenserwartung der Niederländer – wenn auch auf niedrigem Niveau. So drehte der Indikator erstmals seit Oktober 2016 wieder ins Plus und lag zum Ende des ersten Quartals 2017 bei 1,1 Punkten – eine Steigerung um fast 16 Zähler im Vergleich zum Vorjahr. Demzufolge rechnen die niederländischen Verbraucher wieder mit leichten Verbesserungen auf der Einkommensseite.

Die Anschaffungsneigung kletterte auf den höchsten Stand seit Dezember 2000 (45,2 Punkte) und lag zum Quartalsende bei 25,8 Punkten. Damit spiegelt auch dieser Indikator die insgesamt sehr optimistische Verbraucherlaune in den Niederlanden wider.

Belgien: Positiver Trend bei Konjunktur- und Einkommenserwartung

Im Vergleich zum Vorjahr sind die belgischen Verbraucher zum Quartalsende deutlich optimistischer, was ihre Konjunkturerwartung anbelangt. Mit 13,8 Punkten im März lag der Indikator auf dem höchsten Stand seit Ende 2015 – ein Hinweis darauf, dass die belgischen Verbraucher von einer Erholung ihrer Wirtschaft ausgehen.

Dieser positive Trend setzte sich auch bei der Einkommenserwartung fort, die ihren Negativtrend der letzten Monate beendete und zum Ende des ersten Quartals 2017 in den positiven Bereich zurückkehrte. Mit 2,5 Punkten lag der Indikator um mehr als 25 Zähler über dem Vorjahr. Ende März 2016 wurden noch -22,9 Punkte ermittelt.

Die Anschaffungsneigung der belgischen Verbraucher blieb im Vergleich zu den Vormonaten relativ konstant. Gegenüber dem Vorjahr lag der Indikator zum Ende des ersten Quartals 2017 jedoch mit 16,6 Punkten fast sieben Zähler unter dem im März 2016 gemessenen Wert.

Griechenland: Einkommenserwartung auf Mehrjahrestief

Die Konjunkturerwartung der griechischen Verbraucher konnte sich im zurückliegenden Jahr leicht erholen, kehrte im ersten Quartal 2017 jedoch wieder auf das niedrige Niveau des Vorjahreszeitraums zurück. Der Indikator wies Ende März mit -51 Punkten einen der schwächsten Werte in der EU aus und blieb gegenüber dem Vorjahresmonat damit nahezu unverändert, als er bei -50,6 Zählern stand. Die schwache Konjunkturerwartung ist Ausdruck einer weiterhin schwierigen wirtschaftlichen und politischen Situation im Land.

Ein noch schwächeres Bild zeigt sich bei der Einkommenserwartung der griechischen Verbraucher, die zum Ende des ersten Quartals auf den tiefsten Stand seit Oktober 2012 sank. Mit -52,3 Punkten lag der Indikator Ende März um mehr als sieben Zähler unter dem Niveau des Vorjahres. Die nach wie vor angespannte Lage auf dem griechischen Arbeitsmarkt dämpft die Aussichten der Verbraucher auf mehr Jobs und eine bessere Einkommenssituation.

Die griechischen Verbraucher sind demzufolge nach wie vor sehr zurückhaltend in Bezug auf Anschaffungen, die über den täglichen Bedarf hinausgehen. Mit -44,6 Punkten am Ende des ersten Quartals des laufenden Jahres steht ein deutliches Minus zu Buche, das noch einmal über sieben Zähler schwächer als im vergleichbaren Vorjahresmonat März ausfiel.

Österreich: Konjunkturerwartung und Anschaffungsneigung im Aufwind

Die österreichischen Verbraucher blicken zunehmend optimistisch auf die Entwicklung ihrer Wirtschaft. Zum Quartalsende stieg die Konjunkturerwartung auf 11,3 Punkte, was einer Steigerung von 29,5 Zählern gegenüber dem Vorjahr entspricht. Nach den Wahlen im vergangenen Dezember rechnen die Österreicher offenbar mit einer steigenden Wirtschaftsleistung.

Ein gemischtes Bild zeigte sich bei der Entwicklung der Einkommenserwartung. Vor einem Jahr hatte der Indikator Ende März mit 36,5 Punkten noch den höchsten Stand seit Beginn der Erhebungen 1995 erreicht. Zum Quartalsende 2017 ging der Wert auf 12,7 Zähler zurück, was unter anderem mit der immer noch recht hohen Arbeitslosigkeit in Österreich zusammenhängt.

In Bezug auf ihre Anschaffungsneigung sind die Konsumenten in Österreicher seit Anfang des Jahres wieder optimistischer gestimmt, auch wenn der Trend zum Ende des ersten Quartals leicht rückläufig auf 19,2 Punkte war. Damit steht der Indikator aber immer noch deutlich besser da als vor einem Jahr, als Ende März nur 6,1 Zähler gemessen wurden.

Polen: Verbraucher rechnen mit weiter steigenden Einkommen

Die Konjunkturerwartung der polnischen Verbraucher befindet sich dank des anhaltenden Wirtschaftswachstums auf einem hohen Niveau, auch wenn sich der Indikator im Verlauf des ersten Quartals 2017 etwas abschwächte. Mit 21,7 Punkten wurde ungefähr das Niveau des Vorjahres erreicht, als Ende März noch 22,9 Zähler zu Buche standen.

Auch in Bezug auf ihre Einkommenserwartung rechnen die Polen mit einer anhaltend guten Entwicklung. Im EU-Vergleich wurden in den ersten drei Monaten des Jahres historisch hohe Werte gemessen, wobei der Januar mit 47,8 Punkten den höchsten Stand in Polen seit über 15 Jahren markierte. Ende März wurden immerhin noch 31 Zähler gemessen, was in etwa dem Niveau des Vorjahres entspricht.

Gegenüber dem Vorjahr stieg die Anschaffungsneigung deutlich an. Nach 7,3 Punkten im März 2016 waren es zum Ende des ersten Quartals in diesem Jahr 18,8 Zähler. Der Indikator wurde durch gute konjunkturelle Vorgaben, historisch niedrige Zinsen und die entspannte Situation auf dem Arbeitsmarkt begünstigt.

Tschechien: Einkommenserwartung auf historischem Höchststand

Mit 37,2 Punkten erreichte die Konjunkturerwartung der tschechischen Verbraucher Ende März den höchsten Stand seit Januar 2016. Die ersten drei Monate des laufenden Jahres wiesen eine steigende Tendenz des Indikators aus, der zum Quartalsende über 14 Punkte höher lag als zum selben Zeitpunkt im Vorjahr. Dies unterstreicht die positiven Erwartungen der Tschechen an die Entwicklung ihrer Wirtschaft in den kommenden Monaten.

Auch mit Blick auf ihre Einkommenserwartung wird ein zunehmender Optimismus der tschechischen Konsumenten deutlich. Der im Februar gemessene Wert von 59,5 Punkten markiert den historischen Höchststand dieses Indikators. Gegen Ende des ersten Quartals wurden immerhin noch 48 Zähler gemessen – knapp unterhalb des Vorjahresniveaus von 52,4 Punkten Ende März 2016.

Der positive Trend bei der Anschaffungsneigung aus dem vergangenen Jahr setzte sich auch in den ersten drei Monaten 2017 fort, wobei sich der Indikator zum Ende des Quartals auf 19,1 Zähler leicht abschwächte. Gegenüber dem Vorjahr liegt er damit zwar rund sechs Punkte niedriger, aber immer noch auf einem recht hohen Niveau verglichen mit den Jahren zuvor.

Slowakei: Verbraucherstimmung hellt sich weiter auf

Nach einer starken zweiten Jahreshälfte 2016 schwächte sich die Konjunkturerwartung der slowakischen Verbraucher in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres leicht ab. Ende März lag der entsprechende Indikator aber immer noch bei 19,6 Punkten und damit leicht über dem Niveau des Vorjahres, als Ende März 16,3 Zähler gemessen wurden. Demnach rechnen die Slowaken weiterhin mit einer guten wirtschaftlichen Entwicklung in ihrem Land.

Auch die Erwartung der Slowaken an die weitere Entwicklung ihrer Einkommen blieb auf stabil hohem Niveau und lag zum Ende des ersten Quartals bei 29,2 Punkten. Das sind über sechs Zähler mehr als im Vorjahr. Trotz einer insgesamt immer noch recht hohen Arbeitslosigkeit sorgten scheinbar die sich etwas aufhellende Situation auf dem Arbeitsmarkt und die gesunkene Inflation für positive Impulse.

Auch die Anschaffungsneigung der slowakischen Verbraucher legte zum Ende des ersten Quartals 2017 auf 13,1 Punkte zu – eine minimale Steigerung von etwas mehr als einem Zähler gegenüber dem Vorjahr, als die Anschaffungsneigung bei 11,9 Punkten lag. Steigende Einkommen und sinkende Arbeitslosenzahlen führen offenbar dazu, dass die slowakischen Verbraucher der Ansicht sind, sich wieder größere Anschaffungen leisten zu können.

Slowenien: Anschaffungsneigung auf 10-Jahres-Hoch

Die Konjunkturerwartung der slowenischen Verbraucher hellte sich im ersten Quartal 2017 gegenüber dem letzten Jahr deutlich auf. Der entsprechende Indikator lag Ende März bei 19,1 Punkten. Dies entspricht einem starken Anstieg von über 29 Zählern gegenüber dem Vorjahr, als der Indikator Ende März auf -10,3 Punkte eingebrochen war.

Auch die Einkommenserwartung spiegelt eine Erholung der Verbraucherlaune in Slowenien gegenüber dem Vorjahreszeitraum wider. Zum Quartalsende lag der entsprechende Indikator bei 23,5 Punkten und damit fast 10 Zähler über dem Wert Ende März 2016.

Seit August 2007 war die Anschaffungsneigung der slowenischen Konsumenten nicht mehr so hoch wie zum Ende des ersten Quartals 2017. Mit 15,5 Punkten wurde außerdem der Vorjahreswert um über 13 Zähler übertroffen. Größere Anschaffungen sind demnach für die Slowenen wieder vorstellbar und werden nicht auf die lange Bank geschoben – ein deutlicher Ausweis der optimistischeren Aussichten in Slowenien.

Bulgarien: Verbraucherstimmung gegenüber Vorjahr verbessert

Die Konjunkturerwartung der bulgarischen Verbraucher erreichte in den ersten beiden Monaten des Jahres zunächst die höchsten Stände seit mehreren Jahren, rutschte im März mit -2,3 Punkten jedoch wieder in den negativen Bereich. Offenbar können die bulgarischen Konsumenten noch nicht einschätzen, wie nachhaltig das Wirtschaftswachstum der vergangenen Jahre ist. Immerhin schnitt der Indikator zum Quartalsende um gute 3,5 Zähler besser ab als im Vorjahr.

Positiven Einfluss hatten die steigende Wirtschaftsleistung und die beständig sinkende Arbeitslosigkeit auf die Einkommenserwartung. Der entsprechende Indikator konnte mit 26,1 Punkten im Februar noch den höchsten Stand seit Juni 2005 erzielen, bevor er zum Ende des Quartals auf einen immer noch recht hohen Wert von 18,4 Zählern sank. Ende März 2016 hatte die Einkommenserwartung noch 3,9 Punkte betragen.

Eine ähnliche Entwicklung zeigte sich mit Blick auf die Anschaffungsneigung der bulgarischen Verbraucher, die nach einem starken Jahresbeginn einige Zähler einbüßte und zum Quartalsende bei 14,3 Punkten lag. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies aber einer deutlichen Verbesserung um über 13 Zähler.

Rumänien: Rekordstände bei Einkommenserwartung und Anschaffungsneigung

Die Konjunkturerwartung der rumänischen Verbraucher stieg zum Ende des ersten Quartals 2017 auf 18,3 Punkte und war damit so positiv wie zuletzt im Oktober 2015. Vor einem Jahr hatte der Indikator noch 3,3 Zähler betragen. Die Rumänen blicken folglich deutlich positiver in die Zukunft als noch vor 12 Monaten.

Die Einkommenserwartung in Rumänien unterstreicht diesen positiven Trend und konnte zum Quartalsende deutlich auf 33,7 Punkte zulegen. Dies ist der höchste gemessene Wert seit der Aufnahme des Landes in die Konsumklimastudie im Mai 2001. Dank einer in den letzten Jahren kontinuierlich gesunkenen Arbeitslosigkeit rechnen die rumänischen Verbraucher mit steigenden Einkommen.

Analog zu ihrer Erwartung steigender Einkommen sind die rumänischen Verbraucher auch wieder stärker zu größeren Anschaffungen bereit, die über den täglichen Bedarf hinausgehen. Mit 16,4 Punkten wurde Ende März der höchste Wert für die Anschaffungsneigung seit September 2006 gemessen.

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