Investitionsoffensive für Europa: EIB-Gruppe und Commerzbank bündeln die Kräfte für zusätzliche Kreditvergabe an KMU

und Midcap-Unternehmen

Frankfurt/Main (19.4.17) – Die EIB-Gruppe, bestehend aus der Europäischen Investitionsbank (EIB) und dem Europäischen Investitionsfonds (EIF), hat der Commerzbank AG eine Garantie von 90 Millionen Euro für ein Portfolio von Darlehen an europäischen Unternehmen im Umfang von 1,5 Milliarden Euro gestellt. Durch diese Garantie wird Kapital frei, das die Commerzbank gemäß den EU-Rechtsvorschriften zur Unterlegung ihrer Ausleihungen benötigt hätte. Sie kann somit weitere Finanzierungen im Betrag von mehreren hundert Millionen Euro an KMU und Midcap-Unternehmen, vorwiegend in Deutschland, vergeben. Ermöglicht wurde diese Operation durch den Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI). Der EFSI ist die tragende Säule der Investitionsoffensive für Europa, bei der die EIB-Gruppe und die Europäische Kommission als strategische Partner zusammenarbeiten.

Bei dieser Garantie wird die EIB im Rahmen einer synthetischen Verbriefungstransaktion mit der Commerzbank das Mezzanine-Risiko übernehmen. Der EIF wiederum stellt der Commerzbank eine erste Garantie für ein bestehendes Portfolio von Ausleihungen an Unternehmen. Die EIB gewährt dem EIF eine Rückgarantie, die alle Verpflichtungen abdeckt, die dem EIF aus seiner Garantie erwachsen. Darüber hinaus werden die EIB und die Commerzbank eine separate Vereinbarung abschließen, in der die Commerzbank zusagt, die EFSI-Erfordernisse einzuhalten.

Der für Finanzierungen in Deutschland zuständige EIB-Vizepräsident Ambroise Fayolle sagte: „Mit dieser Operation werden eindeutig Synergien auf Ebene der EIB-Gruppe erzielt. Außerdem kann die Commerzbank auf diese Weise ihr Portfolio von Darlehen an KMU und Midcap-Unternehmen ausweiten. Die Förderung von KMU und Midcap-Unternehmen gehört zu den vorrangigen Zielen der EIB-Gruppe. Schließlich sind sie der wichtigste Sektor der EU-Wirtschaft – 23 Millionen Unternehmen beschäftigen rund 75 Millionen Personen. Fast einer von zwei neuen Arbeitsplätzen entsteht in kleinen und mittleren Unternehmen sowie in Midcap-Unternehmen. Ich bin sehr froh, dass wir unsere langjährige und erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Commerzbank fortsetzen und auf diese Weise frische Finanzierungsmittel für KMU und Midcaps bereitstellen.“

Pier Luigi Gilibert, geschäftsführender Direktor des EIF, erklärte: „Der EIF freut sich, mit der Commerzbank und der EIB zusammenzuarbeiten und KMU sowie Midcap-Unternehmen den Zugang zu weiteren Finanzierungen zu ermöglichen. Durch das Know-how des EIF in den Bereichen Investitionen und Strukturierung von Operationen in Verbindung mit dem effizienten Einsatz der EFSI-Mittel durch die EIB erhält die Commerzbank eine wettbewerbsfähige Finanzierungslösung, die dazu beitragen wird, mehr Mittel in die Realwirtschaft zu leiten.“

Der Vizepräsident der Europäischen Kommission für Beschäftigung, Wachstum, Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit Jyrki Katainen stellte fest: „KMU sind der entscheidende Faktor für die Schaffung von Arbeitsplätzen und für Wachstum in Europa. Die heutige Vereinbarung zeigt, dass unsere Strategie funktioniert, KMU zu unterstützen, indem wir zusätzliche Finanzierungsmittel bereitstellen. Mit dieser Finanzierung auf der Grundlage des EFSI können sie innovativ tätig sein, ihre Tätigkeit ausweiten und neue Arbeitsplätze schaffen. Ich wünsche den kleinen Unternehmen, die die Finanzierungen im Rahmen der Investitionsoffensive in Anspruch nehmen können, viel Erfolg.“

„Als führende Bank für den Mittelstand in Deutschland nutzen wir seit vielen Jahren gerne die Refinanzierungsmöglichkeiten über die Förderbanken“, so Michael Reuther, Vorstandsmitglied der Commerzbank und verantwortlich für das Firmenkundengeschäft. „Mit diesem neuen  Produkt können wir den gestiegenen Anforderungen unserer mittelständischen Kunden weiterhin gerecht werden und gleichzeitig unser Kapital managen. Dass wir als erste Bank eine synthetische Verbriefung unter EFSI abgeschlossen haben, zeigt den Innovationsgeist der Bank und unterstreicht unser wettbewerbsfähiges Engagement für den Mittelstand.“

Die Commerzbank

Die Commerzbank ist eine führende, international agierende Geschäftsbank mit Standorten in knapp 50 Ländern. In zwei Geschäftsbereichen – Privat- und Unternehmerkunden sowie Firmenkunden – bietet die Bank ein umfassendes Portfolio an Finanzdienstleistungen, das genau auf die Bedürfnisse ihrer Kunden zugeschnitten ist. Die Commerzbank wickelt 30 Prozent des deutschen Außenhandels ab und ist Marktführer im deutschen Firmenkundengeschäft. Zudem ist die Bank aufgrund ihrer hohen Branchenkompetenz in der deutschen Wirtschaft ein führender Anbieter von Kapitalmarktprodukten. Ihre Töchter Comdirect in Deutschland und M-Bank in Polen sind zwei der weltweit innovativsten Onlinebanken. Mit ungefähr 1.000 Filialen betreibt die Commerzbank eines der dichtesten Filialnetze der deutschen Privatbanken. Insgesamt betreut die Bank mehr als 17,5 Millionen Privat- und Unternehmerkunden sowie über 60.000 Firmenkunden, multinationale Konzerne, Finanzdienstleister und institutionelle Kunden. Das 1870 gegründete Institut ist an allen wichtigen Börsenplätzen der Welt vertreten. Im Jahr 2016 erwirtschaftete es mit rund 49.900 Mitarbeitern Bruttoerträge in Höhe von 9,4 Milliarden Euro.

Die Investitionsoffensive für Europa

Die Investitionsoffensive für Europa, der sogenannte „Juncker-Plan“, ist eine der wichtigsten Maßnahmen der Europäischen Union, um die Investitionen in Europa anzukurbeln und auf diese Weise Arbeitsplätze zu schaffen und das Wachstum zu fördern. Zu diesem Zweck werden vorhandene und neue Finanzierungsmittel intelligenter genutzt. Die EIB-Gruppe spielt bei dieser Investitionsoffensive eine zentrale Rolle. Durch Garantien aus dem Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI) sind EIB und EIF in der Lage, einen größeren Teil des Projektrisikos zu übernehmen, was privaten Geldgebern ermöglicht, sich an den Projekten zu beteiligen. Außerdem gibt es neben dem EFSI einen neuen Beratungsdienst EIAH, der öffentlichen und privaten Projektträgern hilft, ihre Investitionsprojekte professioneller zu strukturieren. Die Investitionsoffensive zielt außerdem darauf ab, in der EU investitionsfreundlichere rechtliche Rahmenbedingungen insbesondere im Digital-, Energie- und Kapitalmarktsektor zu schaffen. Im September 2016 hat Kommissionspräsident Juncker vorgeschlagen, den EFSI auszuweiten, indem seine Kapazität erhöht, seine Laufzeit verlängert sowie seine Stärken weiter ausgebaut werden.

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