IMK-Konjunkturindikator:

Rezessionsgefahr wieder gesunken

Düsseldorf (12.4.17) – Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft haben sich in den vergangenen Wochen aufgehellt. Die Wahrscheinlichkeit, dass Deutschland in nächster Zeit in eine Rezession gerät, ist nach einem leichten Anstieg zu Jahresbeginn wieder gesunken. Das zeigt der Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung. Für den Zeitraum von April bis Juni weist der IMK-Indikator, der die aktuellsten verfügbaren Daten über die Wirtschaftslage bündelt, eine mittlere Rezessionswahrscheinlichkeit von 8,1 Prozent aus. Im März hatte der Wert noch bei 15,8 Prozent gelegen. Bei Werten unter 30 Prozent besteht keine Rezessionsgefahr.

Damit bestätigt sich nach Auffassung der IMK-Forscherin Dr. Sabine Stephan, „dass die jüngsten Schwankungen bei den Auftragseingängen dem Einfluss von Sondereffekten geschuldet waren und die konjunkturelle Aufwärtsbewegung in der Grundtendenz nach wie vor intakt ist“. Dafür spreche auch, dass sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft in diesem Monat erneut deutlich verbessert hat. So legte das Ifo-Geschäftsklima nach einem kräftigen Plus im Februar 2017 im Monat März nochmals deutlich zu, wobei die deutschen Unternehmen sowohl die aktuelle Lage als auch die Geschäftserwartungen deutlich positiver beurteilten.

Die gestiegenen Auftragseingänge aus dem Inland wirken in dieselbe Richtung, so Stephan. Allerdings erhöhen einzelne Finanzmarktindikatoren die Unsicherheit und verhindern so einen noch stärkeren Rückgang der Rezessionswahrscheinlichkeit. Insgesamt bleibt das IMK damit bei seiner Einschätzung, dass sich die moderate konjunkturelle Aufwärtsentwicklung in Deutschland in den kommenden Monaten fortsetzen wird.

In den IMK-Konjunkturindikator fließen zahlreiche Daten aus der Real- und der Finanzwirtschaft ein. Darüber hinaus berücksichtigt das Instrument Stimmungsindikatoren. Das IMK nutzt dabei die Industrieproduktion als Referenzwert für eine Rezession, weil diese rascher auf einen Nachfrageeinbruch reagiert als das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Das Frühwarnsystem signalisiert eine Rezession, wenn die Industrieproduktion über fünf Monate um mindestens ein Prozent schrumpft.

Der IMK-Konjunkturindikator wird monatlich aktualisiert.

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